Wintino als Signature Drink: Rezept, Kalkulation und Winterbetrieb
Das Problem: Wintergetränke sind im Alltag austauschbar
In vielen Cafés und Restaurants sinkt der Getränkeumsatz, sobald die Terrasse schließt. Warme Standardgetränke wie Kaffee, Tee und Kakao werden zwar bestellt, aber selten als eigener Anlass wahrgenommen. Ein Gast, der nur einen Filterkaffee ordert, bleibt im Schnitt kürzer und gibt weniger aus als jemand, der ein spezielles Wintergetränk mit Gebäck bestellt. Genau hier setzt die Idee des Wintino an: ein heißes Espresso-Kakao-Getränk mit Zimt, Nelke und Orangenschale, das als benannte Position auf der Karte steht und nicht als beliebige Kakao-Variante.
Die Ursache: Ohne Rezeptur fehlt die Wiedererkennbarkeit
Viele Betriebe führen im Winter zwar Saisonkarten, aber ohne feste Rezeptur. Der eine Mitarbeiter dosiert mehr Sirup, der andere weniger Milch, und die Portionsgröße schwankt zwischen 0,2 und 0,3 Litern. Das kostet Kalkulation und Vertrauen: Gäste bestellen ein Getränk, das beim nächsten Besuch anders schmeckt, nur einmal. Hinzu kommt die Servicefrage. Ein Wintino braucht eine klare Zubereitungszeit, eine definierte Tasse und eine einfache Allergenkommunikation. Fehlen diese Punkte, bleibt das Getränk ein Nischenartikel für einzelne Mitarbeiter statt ein Umsatzträger für den ganzen Winter.
Die Lösung: Eine feste Wintino-Rezeptur mit Kalkulation
Ein Blick auf wintino zeigt, wie Gastronomen das Getränk als eigenen Winterartikel platzieren: nicht als Variante des Standard-Kakao, sondern als benannte Bestellposition mit eigener Rezeptur. Für eine Tasse mit 0,2 Litern eignen sich 20 Milliliter Espresso, 120 Milliliter Vollmilch, 15 Gramm dunkle Schokolade und eine Gewürzmischung aus je einer Prise Zimt, Nelke und Orangenschale. Die Schokolade wird über dem Espresso geschmolzen, die Milch auf etwa 65 Grad erhitzt und aufgeschäumt. Wichtig ist eine feste Reihenfolge, damit der Wintino auch bei hohem Andrang konsistent bleibt.
Kalkulation und Karte
Bei einem Wareneinsatz von etwa 0,55 Euro pro Tasse und einem Verkaufspreis von 3,80 Euro bleibt nach Personal- und Energiekosten eine deckungsbeitragsstarke Position. Entscheidend ist die Platzierung: Der Wintino gehört auf die erste Seite der Winterkarte, nicht in die Fußnote unter „heiße Getränke“. Eine kurze Beschreibung mit drei Zutaten erhöht die Bestellwahrscheinlichkeit und senkt Rückfragen. Wer das Getränk zusätzlich mit einem kleinen Gebäck oder einer Waffel bündelt, hebt den durchschnittlichen Bon um einen messbaren Betrag.
Die Umsetzung: Drei Stellschrauben für den Winterbetrieb
- Rezeptur standardisieren: Mengen in Gramm und Milliliter hinterlegen, nicht in „Schuss“ oder „Prise“.
- Service vereinfachen: Eine Tasse, ein Löffel, eine Garnitur – damit bleibt die Zubereitung unter zwei Minuten.
- Kommunikation wiederholen: Tischaufsteller, Karten und Personalansprache nennen den Wintino jeden Tag, nicht nur zur Eröffnung der Saison.
Ein Wintino funktioniert im Winterbetrieb dann, wenn er als eigenes Produkt behandelt wird: mit fester Rezeptur, klarer Kalkulation und sichtbarer Karte. Betriebe, die diese drei Punkte umsetzen, verwandeln ein saisonales Heißgetränk in eine planbare Umsatzposition.
